Raus aus dem Hamsterrad. Weniger ist mehr... und warum ich keinen vollen Kleiderschrank mehr mag.

Aktualisiert: 19. Sept 2020

Immer mehr Menschen wollen nicht mehr im Hamsterrad strampeln und sich freimachen vom Leistungsdruck und Konsumzwängen.


"Ich bin müde, trotzig gegenüber meines Jobs und irgendwie will ich einfach mehr. Mehr als ein schickes Auto, einen übervollen Kleiderschrank und einen Job, der mich über eine Autostunde Zeit kostet."


Doch wie verdammt bleibt dieses Rad endlich still stehen? Wie befreie ich mich daraus?


Es ist Sommer, 37 Grad, ich fahre von der Arbeit nach Hause und mir ist so heiß. Temperaturen jenseits von 30 Grad machen mir (und meinem Pitta) schon immer zu schaffen. Ich durfte heute eine Stunde früher gehen. Ein kleines Glücksgefühl macht sich in mir breit: "Ich habe ja noch ein bisschen Zeit - ein kleiner Abstecher in die Stadt ist drin." Kurz darauf stehe ich in einer Kleider-Boutique und habe bereits 6 Teile überm Arm hängen. Puh, zum Anprobieren ist es viel zu warm, also kaufe ich die Teile. Mit einer vollen Tüte verlasse ich zufrieden den Laden.

Noch während meiner Autofahrt nach Hause verändert sich plötzlich meine Laune schlagartig. Das wohlige Gefühl der Fülle verändert sich in ein dumpfes Gefühl der Leere. Lange Zeit konnte ich dieses Gefühl nicht einordnen.


Ich neigte einst zu Impulskäufen. Wenn es mir nicht so gut ging, kaufte ich mir was hübsches. Meistens Kleidung. Und so wuchs und wuchs der Inhalt meines Kleiderschranks, bis er fast platzte.

Ich versuchte eine Art "Leere" mit hübscher Kleidung zu füllen. Und mich, bzw. mein Inneres schön anzukleiden. Es fiel mir schwer den richtigen Zugang zu meinen eigentlichen Bedürfnissen zu finden und so blieben diese unerfüllt bzw. leer. Durch mein Konsumverhalten habe ich dann versucht diese Bedürfnisse zu füllen.

"Wer erfährt, wie wenig er eigentlich zum Glücklichsein braucht, der muss weniger kaufen, weniger verdienen und weniger arbeiten. Er muss vor allem eins - weniger funktionieren."

Ich habe mich mal innerhalb meiner Familie, bei Freunden und Klienten / Klientinnen umgehört, was sie so benötigen, um glücklich zu sein:

- Meinen Partner

- Meine Tiere

- Meine Familie

- Ein gutes Buch

- Gesundheit

- Leckeres Essen


Bei keinem fiel der Satz: "ein voller Kleiderschrank" :D

Als ich für mich erkannt habe, was mich glücklich macht und welche Bedürfnisse in meinem Leben gestillt sein wollen, stand ich eines Tages vor meinem prall gefüllten Kleiderschrank und entschied mich dazu, radikal auszusortieren. Ich glaube, ich halbierte das Innere und weiß noch, welche Last von mir fiel, als ich ein Teil nach dem anderen in Säcke verpackte und in einem Sozial-Kaufhaus abgab. Ich lief glücklich aus dem Laden und empfand völlige Fülle und Zufriedenheit - die auch blieb.


Haha... und ja klar, ich kaufe mir immer noch gerne etwas hübsches zum Anziehen. Ich bin immer noch Frau. Aber heute kaufe ich mit einem anderen Mindset. Zum Beispiel frage mich zuvor, ob ich es wirklich brauche, ob ich es auch gerne anziehen werde und ob es mich glücklicher macht. Zusätzlich miste ich sehr regelmäßig aus und trenne mich von Dingen, die ich im Übermaß besitze. Die Devise lautet: Weniger ist mehr.


Generell habe ich festgestellt, dass ich mich in einer aufgeräumten und minimalistisch eingeräumten Umgebung wohler fühle, als in einer, in der überall etwas rumsteht und aus allen nähten platzt. So auch beim Ayurveda. Wenn wir unseren Körper mit zu viel Ballast, ob über die Nahrung oder negative Gedanken, vollstopfen, können unserer Körpersäfte nicht richtig fließen und es kommt zu Ama (Schlacken, Toxinen) im Körper und im schlimmsten Fall werden wir krank.


Und hey, versteh mich bitte nicht falsch. Nicht jeder, der ein schickes Auto fährt, einen vollen Kleiderschrank besitzt und eine Stunde Autofahrt zur Arbeit auf sich nimmt, ist automatisch unglücklich oder befindet sich im Hamsterrad. Es kommt immer auf die persönliche Zielsetzung und intrinsische Motivation an.




Ich habe für mich erkannt, dass ich gar nicht so viel benötige, um glücklich zu sein. Das erleichtert vieles.


Eins meiner größten Bedürfnisse, welches ich lange nicht richtig wahrgenommen habe ist: Selbstbestimmt leben. Mein Leben, meine Bedingungen!

Kennst du deine inneren Bedürfnisse?


Deine Marie








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