Plötzlich ergab alles einen Sinn

Wie ich als Pitta-Vata Typ nochmal die Kurve bekam und der Ayurveda mein Leben vollständig veränderte - Von Ehrgeiz, Perfektionismus und Schlankheitswahn.


Ich möchte heute gerne mit dir einen wichtigen Part meines Lebens teilen und dir verraten, weshalb der Ayurveda mein persönlicher Gamechanger war.


Als Kind war ich schon immer sportlich und immer in Bewegung. Meine Oma erzählt heute noch: „Die Marie konnte schon als kleines Mädchen nicht lange sitzen. Drehte man sich für einen Moment um - war sie weg.“

Gleichzeitig war ich wohl auch schon immer sehr sensibel und empfänglich für sämtliche Schwingungen und Gefühlslagen innerhalb meiner Umgebung. Ich saugte förmlich alle Gefühle in mich auf - das ist heute noch immer so.

Vom sportlichen Ehrgeiz getrieben, probierte ich gefühlt alle Sportarten aus, die es bei uns gab. Tennis, Kinderturnen, Schwimmen, Ballett, Handball - aber vor allem das Reiten war lange Zeit meine größte Leidenschaft.

„Die Marie ist so ehrgeizig, Wahnsinn wie viel Biss sie hat“, sagten meine Trainer und Sportlehrer. Das gefiel mir.

Ich kam in die Pubertät. Plötzlich fing sich an mein Körper zu verändern. Ich bekam Rundungen, meine Brust wuchs und ich bekam Haare an Stellen wo vorher definitiv keine waren. Keine Ahnung wie es euch damit ging - aber ich fand es furchtbar. Einmal sagte in der 7. Klasse ein Mitschüler vor allen anderen: „Schaut mal, die Marie hat voll große T***** bekommen. Ich weiß noch wie unendlich peinlich mir das war und beschloss etwas gegen diese neuen Rundungen zu tun.

Wenn ich mehr Sport mache und weniger esse, dann geht das sicher wieder weg.

Gesagt - getan! Ich entwickelte förmlich einen Sportzwang und ein sehr dogmatisches Essverhalten. Je weniger Kalorien desto besser. Mein erster Gedanke, wenn ich morgens wach wurde war: „Was esse ich heute und wie viel Sport muss ich machen, damit das nirgends ansetzt?!“ Meine Gedanken kreisten nur noch um Essen und um Sport machen. Meine Noten wurden schlechter und auch die Stimmung zu Hause, außerdem litten meine Freundschaften, meine Psyche und meine Verdauung stark darunter.

Mein Anspruch an mich selbst:

Studium mit 1 Komma abschließen, mich im Beruf Vollgas reinhängen und gleichzeitig einen perfekten, schlanken und durchtrainierten Körper zu haben. Typisch Pitta eben.

Hat übrigens alles geklappt - doch zu welchem Preis?

Meine Magen-Darm-Beschwerden nahmen immer mehr zu und bald wollte ich am liebsten gar nichts mehr essen. Appetit kannte ich schon gar nicht mehr. Ich suchte verschiedene Ärzte auf, die mich auf sämtliche Unverträglichkeiten testeten und immer als „gesund“ wieder heimschickten. So oft stellte ich mir die Frage: Wie kann ich gesund sein, wenn es mir so oft so schlecht geht?

Ich schrieb vermeintlich ungesunde Nahrungsmittel auf meine imaginäre rote Liste - kategorisierte in „zu viel Kohlenhydrate, zu viel Fett, zu viele Kalorien“.

Aß morgens Müsli, mittags Salat und abends Magerquark. In der Mittagspause (ich arbeitete damals als Gesundheitsberaterin in einem großen Fitness-Club und übte mich im Spagat mit meiner Selbständigkeit als Boulderhallen-Betreiberin) schlang ich mein mitgebrachtes Gemüse, oft Rohkost, nebensächlich runter und las währenddessen Zeitschriften und stöberte im Handy rum.

Rannte von Spinnig Kurs zum Fatburner und nahm immer mehr an Gewicht ab und hatte irgendwann einen Körperfettanteil unter 10%. Über ein Jahr lang setzte meine Periode aus. Meine Gynäkologin sagte mit hochgezogener Augenbraue: "Frau Nitz, Sie müssen mehr essen und wieder an Körperfett zulegen." Ein Fiasko - dachte ich.


Nach einem langen Arbeitstag im Fitnessclub düste ich in die Boulderhalle, um da weiterzuarbeiten oder einfach das Leben in meinem eigenen Unternehmen mitzugestalten.

Oft saß ich zwischen meinen Freunden vor der Halle, tranken ein Bier und alle erzählten aufgeregt von ihrem Tag oder dem letzten Urlaub - „Oh, der letzte Urlaub, wann und wo war der nochmal…“ Ich saß da und wollte irgendwie Anschluss an die Gespräche finden, mich auch mitteilen, aber es ging nicht. Es war, als würde ich immer meinen Einsatz verpassen… also wurde ich immer stiller.



Irgendwann saß ich in einem Kundengespräch bei der Arbeit. Die Frau vor mir erzählte von ihren Zielen für ihren neuen Trainingsplan und den vermeintlichen Fettpölsterchen an der Hüfte, die weg müssen. Meine Gedanken kreisten so schnell und sprungartig - ich hörte ihre Stimme aus der Ferne aber sah eigentlich nur, dass sich ihre Lippen bewegten - ohne was dabei zu hören. Mein Kopf war schwer und ich fühlte mich, als hätte ich eine riesige Käseglocke über mir… als sie mich plötzlich an der Hand berührte - Ich war völlig weggetreten. Wie unangenehm.


Ich kürze das ganze an dieser Stelle ab...


"Das ist nur eine Phase, dachte ich - WENN ich meine Masterarbeit abgegeben habe, DANN wird alles gut. SOBALD die Arbeit erledigt ist - DANN kann ich mich entspannen. WENN ich die 50 Kg erreichet habe - DANN ist mein Körper perfekt.

Lange Zeit versuchte mir mein Körper immer wieder leise Signale zuzuflüstern, die ich aber in unserer lauten Welt gekonnt überhörte.

Bis ich mich in einer Sackgasse befand und plötzlich nichts mehr ging. Gameover.


… und dann kam ganz unerwartet der Ayurveda in mein Leben und plötzlich ergab alles einen Sinn und mein Leben wurde wieder ganz leicht.


Pitta-Vata Konstitutionen haben vor allem eins: Viel Feuer und viel Luft - eine brenzliche Kombination, wenn zu viel Luft auf Feuer trifft und ein unkontrollierter Brand entsteht. Unkontrolliertes Feuer breitet sich flächeneckend und richtet großen Schaden an. Menschen mit dieser Kombination neigen dazu schneller auszubrennen, als andere Konstitutionen. Immer in Bewegung, Feinfühlig und voller Engagement. Doch was zu viel ist - ist zu viel.


Wie genau ich damals auf die älteste Heilkunst aufmerksam wurde weiß ich nicht mehr genau - doch ich weiß noch, dass ich mir ein Buch kaufte, dass ich innerhalb weniger Tage verschlang und ständig „Ahaaa“, „Jaaaa“, „natürlich“ dachte.

Ich durfte mich nochmal ganz neu kennenlernen, erfuhr welche Doshas in mir dominant sind und welche völlig aus dem Gleichgewicht geraten sind. Ich verstand vor allem WARUM sie aus dem Gleichgewicht geraten sind und WIE ich sie wieder in Balance bekomme. Ich würde euch so gerne beschreiben welche Last von mir abfiel.

Mein Darm hat sich völlig erholt, mein Gewicht hat sich ganz natürlich eingependelt, ich spüre Hunger und Sättigung, weiß was mir gut tut und was nicht, ich höre die Signale, die mir mein Körper zuflüstert heute viel lauter und ignoriere sie nicht mehr.

Ich verstand: Kein Körper und keine Seele möchte sich schlecht fühlen, unter-oder übergewichtig sein, sich nicht wohlfühlen. Unser Körper möchte im Grunde immer das Beste für uns, wir müssen ihn nur verstehen und vor allem sollten wir ihm zuhören.

Unser Körper ist ein wahres Wunderwerk, ein Geschenk, ein Zuhause - unser Zuhause

Alles Liebe

Deine Marie


11 Ansichten0 Kommentare